


Hauszerstörungen in
Hadidiya und Humsa,
West Bank, Besetzte
Palästinensische
Gebiete
Worum geht es?
Hadidiya und Humsa
Hintergrund
Rechtslage
Aktionsvorschlag
Weiterführende Links
Hadidiya auf Google Maps
Humsa auf Google Maps |
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Im Sechs-Tage-Krieg 1967 gegen Ägypten, Syrien und Jordanien besetzte Israel den Sinai, die Golan-Höhen, Gaza und das Westjordanland. Während der Sinai 1982 an Ägypten zurückgegeben und Gaza 2005 geräumt wurde, richteten sich die Besatzer in den übrigen Gebieten dauerhaft ein.
Israel erhebt einseitig einen Territorialanspruch auf Ostjerusalem und das Westjordanland und hat während vier Jahrzehnten Besatzung systematisch völkerrechtswidrige Massnahmen zur Annexion des okkupierten Landes umgesetzt. Obwohl Israels Politik in den besetzten Gebieten von den Vereinten Nationen wiederholt kritisiert wurde, haben die USA eine Verurteilung im Weltsicherheitsrat stets verhindert.
Das besetzte Land berührt den Kern des Nahostkonflikts. Die Besatzung ist eine wesentliche Ursache für palästinensische Gewalt gegen Israel. Ohne eine gerechte Lösung des Landproblems ist ein Ende des Konflikts nicht vorstellbar.
Fahren Sie mit dem Zeiger über die Karte: ca. 38% der Westbank sind durch Israel faktisch annektiert. Dazu zählen die Siedlungen (violett), bewirtschaftete und militärische Flächen (grau) und Land westlich der Mauer (rot). Quelle: UN-OCHA
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| Hadidiya und Humsa, West Bank |
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DRINGEND - 22. Dezember 2011 - APPELLIEREN SIE AN DIE ISRAELISCHE REGIERUNG GEGEN DIE ERNEUTEN HAUSZERSTÖRUNGEN IN HADIDYA
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Die israelische Armee will im Beduinendorf Hadidiya im Jordantal wieder 21 Wohn- und Nutzbauten abreissen lassen. Viele dieser Bauten sind gerade erst wieder aufgebaut worden, nachdem im Juni bereits Abrisse stattgefunden hatten. 50 Personen, darunter mindestens 25 Kinder, sind in Gefahr, erneut aus ihrem Zuhause vertrieben zu werden.
Die Zivilverwaltung (israelische Militärverwaltung) erliess am 10. November Abrissverfügungen für 21 Bauten, die als Unterkünfte und Viehpferche genutzt werden. 16 der jetzt vom Abriss bedrohten Bauten waren nach der Zerstörung von 29 Gebäuden am 21. Juni von der Palästinensischen Autonomiebehörde und verschiedenen Hilfsorganisationen gestiftet worden.
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Die palästinensischen Einwohner der Dörfer Hadidiya und Humsa im Bezirk Tubas im nördlichen Jordantal sind fortgesetzt in Gefahr, durch die israelische Armee aus ihren Behausungen vertrieben zu werden. Sie werden seit Jahren von der israelischen Armee durch wiederholte Zerstörung ihrer Anwesen drangsaliert, ihnen wird der Zugang zu Wasser und zum Land verweigert, den sie für ihr Überleben und ihre Lebensgrundlage als Hirten benötigen.
Am 21. Juni 2011 hat die israelische Armee in Hadidiya 29 Wohn- und Nutzbauten abgerissen. 11 Kinder und 16 Erwachsene wurden in der Folge obdachlos. Angehörige der israelischen Armee, der Grenzpolizei und Beamte der israelische Militärverwaltung zerstörten sieben Zelte, vier Bauten, die als Küchen genutzt wurden, und 18 Viehpferche. Von dem Abriss waren die sechs Haushalte von Abdul Rahim Hussein Bisharat, Saleh Yousef Bisharat, Abdullah al-Hafeth Bani Odeh, Ahmad Bani Odeh, Ali Mohammed Bisharat und Khader Ali Bisharat betroffen.
Mitte 2009 waren fünf Familien in Hadidiya akut von einer Zwangsräumung bedroht. Im September 2009 gab die israelische Armee zwei neue Abrissverfügungen gegen die Familien von Abdul Rahim Mohammad Bisharat und Mustafa Odeh Bisharat heraus. Am 4. Juni 2009 hatte die israelische Armee die Häuser und Koppeln von 18 palästinensischen Familien in nahegelegenen Ras al-Ahmar zerstört.
Am Morgen des 6.Februar 2008 zerstörte die israelische Armee die Häuser und Tierställe von vier Familien in Hadidiya, betroffen waren hier mehr als 30 Menschen, darunter ungefähr 20 Kinder. Der zerstörte Besitz gehörte den Familien von Mohammed Ali Sheikh Bani Odeh, Ali Sheikh Musleh Bani Odeh, Omar 'Arif Mohammad Bisharat und Mohammed Sahad Bani Odeh.
Am 13. und 23. August 2007 wurden in Humsa die Häuser und Stallungen der Familien von Abdallah Hsein Bisharat und Ahmad Abdallah Bani Odeh durch die israelischen Armee zerstört. Die zerstörten Anwesen waren das Heim von 40 Menschen, die meisten von ihnen Kinder.
Am 28. Juli 2007 beschlagnahmte die israelische Armee den Traktor und
Wassertank von Ahmad Abdallah Bani Odeh am Hamra-Kontrollpunkt als er auf dem Weg war, den Wassertank für die Bewohner von Humsa zu
füllen. Die israelische Armee forderte für die Herausgabe von Traktor und Wassertank eine Strafzahlung von 4.500 Schekel (ungefähr € 900), sowie die schriftliche Zusicherung, die Gegend zu verlassen.
VIDEOS:
Film 1: Die Situation der Bewohner von Hadidiya beschreibt sehr eindringlich ein am 26.8.2009 in Hadidiya von Machsom Watch geführtes Interview mit Ahmad Halef.

Film 2: Bewohner des Dorfes Hadidiya mit ihrem Wasser-Tankwagen an einem Kontrollpunkt der israelischen Armee. Ebenfalls gefilmt von Machsom Watch.

Film 3: Ein weiteres, von Amnesty International 2010 in Hadidiya geführtes Interview mit Abd el-Rahim.

Drei kurze Filme (2011) zur Vertreibung und den Lebensbedingungen palästinensischer Beduinen von der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem.
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| Hintergrund |
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Die Bewohner von Hadidiya und Humsa versuchen seit den 1980er Jahren gegen die
Abrissanordnungen der israelischen Armee rechtlich vorzugehen. Fünf Familien aus
Hadidiya riefen den Obersten Israelischen Gerichtshof an, aber am 10.
Dezember 2006 lehnte dieser ihre Beschwerde ab.
Die israelische Armee hat die Bewohner von Hadidiya und Humsa gezwungen, unter
extrem schwierigen Bedingungen zu leben. Da es ihnen untersagt ist, dauerhafte Gebäude
zu errichten, müssen sie in Zelten und Baracken leben. Jedoch werden sogar diese
Bauten von der israelischen Armee als "illegal" betrachtet und bei zahlreichen
Gelegenheiten zerstört.
Den Bewohnern ist die Anbindung an das Strom- und Wassernetz nicht erlaubt. Sie dürfen die Brunnen und Strassen in der unmittelbaren Umgebung nicht nutzen, denn diese sind den israelischen Siedlern der nahe gelegenen Siedlungen Ro'i, Beqa'ot und Hemdat für ihre intensive Landwirtschaft vorbehalten. Die Bewohner von Hadidiya und Humsa müssen mehrere Kilometer zurücklegen, um kleine Mengen von Wasser für das Kochen und ihre Grundbedürfnisse zu kaufen.
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| Rechtslage |
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Israel verfolgt im Westjordanland seit Jahren eine Politik der Zwangsräumung und Vertreibung von Palästinensern. Auf dem besetzten palästinensischen Land wurden zahlreiche israelische Siedlungen errichtet. Sowohl von den israelischen Behörden, als auch von Seiten der Siedler wird auf die palästinensische Bevölkerung Gewalt ausgeübt. Die Palästinenser, die lange vor der israelischen Besetzung 1967 im Jordantal lebten, werden von den israelischen Behörden wegen ihrer Volkszugehörigkeit diskriminiert - ihnen werden - verglichen mit den israelischen Siedlern - zahlreiche Rechte vorenthalten.
In den letzten Jahren wurde das dünn besiedelte, fruchtbare Jordantal gewissermassen in eine israelische Enklave innerhalb der besetzen Gebiete verwandelt. Ein Grossteil des Jordantals wurde von der israelischen
Armee zu "geschlossenen militärischen Gebieten" erklärt oder von den israelischen Siedlungen übernommen.
Die Einhaltung der Menschenrechte obliegt den Regierungen. In den besetzten palästinensischen Gebieten tritt Israel als Besatzungsmacht nach internationalem Recht in diese Verpflichtung ein, die Rechte der lokalen palästinensischen Bevölkerung zu respektieren, einschliesslich ihres Rechts auf Freiheit von Diskriminierung, des Rechts auf Bewegungsfreiheit, Eigentum und einen angemessenen Lebensstandard. Durch Nichteinhaltung der Rechte der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten verstösst Israel fortgesetzt gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und verletzt internationale Verträge (Internationaler Pakt über bürgerliche und politischer Rechte, Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte).
Alle israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten sind nach internationalem humanitärem Recht ungesetzlich. Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention verbietet einer Besatzungsmacht grundsätzlich, seine Bürger in das
Gebiet zu transferieren, das sie besetzt hält.
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| Aktionsvorschlag: Musterbrief an israelische Regierungsvertreter |
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Verteidigungsminister
Ehud Barak
Adresse:
Minister of Defence
Ministry of Defence
37 Kaplan Street, Hakirya
Tel Aviv 61909, Israel
Fax +972 3 691 6940
E-Mail minister@mod.gov.il
Anrede: Dear Minister
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Oberster Militärrichter
Major General Avihai Mandelblit
Adresse:
6 David Elazar Street, Hakirya
Tel Aviv 61909, Israel
Fax +972 3 569 4526
E-Mail avimn@idf.gov.il
Anrede: Dear Judge Advocate General
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Stabschef
DF Chief of Staff Lieutenant-General Benny Gantz
Adresse:
c/o Ministry of Defence
7 A Street, Hakirya
Tel Aviv 61909, Israel
Fax +972 3 691 6940
Anrede: Dear Lieutenant-General
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I am writing you to express my deep concern about the situation of the residents of Hadidiya in the Tubas region of the Jordan valley, Occupied Palestinian Territories. From a report issued by Amnesty International today, I had to learn that on Tuesday, 21 June, 6.30am, IDF personnel have destroyed homes and property in the hamlet of al-Hadidiya, leaving eleven children and sixteen adults homeless.
According to this report, Israeli military and security officials, including two Civil Administration officers, an estimated one hundred soldiers, and members of the Israel Border Police demolished some seven tents, four structures serving as kitchens and 18 pens housing livestock. The al-Hadidiya resident, Abdul Rahim Hussein Bisharat, and his son Ghazi, reported having been beaten and forcibly prevented from salvaging belongings from the debris of their homes.
I am therefore calling the Israeli government
- to cancel immediately the demolition and eviction orders against the Palestinian residents of al-Hadidiya and the Jordan Valley;
- to place a moratorium on house demolitions and forced evictions in the occupied West Bank until the law is amended to bring it into line with international standards;
- and to remove the responsibility for planning and building regulations in the Jordan Valley and elsewhere in the Occupied Palestinian Territories from the military authorities, but place this responsibility solely with the local Palestinian communities.
I sincerely call on you to take action to stop these continuing Human Rights violations of the Palestinian residents of al-Hadidiya. The abusive treatment over many years by Israeli authorities constitutes a continued breach of international law and Human Rights treaties (International Covenant on Civil and Political Rights, International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights).
Safeguarding Human Rights of the Palestinian population in the OPT is responsibility of the Israeli government, which as the Occupying Power has inherited this responsibility in accordance with international law. The demolition of homes and property, and the restriction of movement for Palestinians in the Jordan Valley and the West Bank must be considered discriminatory in nature.
The occupied land is at the heart of the conflict between Israel and the Palestinians. The occupation remains the prime driving force for Palestinian violence against Israel, and constitutes the major barrier to a peaceful co-existence of peoples and states in the Middle East.
Yours sincerely, |
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| Weitere Informationen im Internet |
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| Vereinte Nationen (Webseiten und Dokumente in englischer Sprache) |
Human rights situation in Palestine and other occupied Arab Territories - Bericht an den UN-Menschenrechtsrat, Januar 2008 (PDF-Datei). Seite 18 beschreibt die Situation in Hadidiya, welches der Sonderberichterstatter John Dugard im September 2007 besuchte.
The Humanitarian Impact on Palestinians of Israeli Settlements and Other Infrastructure in the West Bank - UN-OCHA-Dokument, Juli 2007 (PDF-Datei, 23 MB)
United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs - Occupied Palestinian Territory - Webseite des UN-Büros zur Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA)
Advisory Opinion: Legal Consequences of the Construction of a Wall in the Occupied Palestinian Territory - Internationaler Gerichtshof, Juli 2004 (Dokumente in Unterordnern)
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| Webseiten von Amnesty International |
Amnesty Report 2008 - Jahresbericht 2008: Israel und Besetzte Palästinensische Gebiete
Amnesty International Kogruppe Israel/Besetzte Gebiete - Deutsche Koordinationsgruppe
Enduring occupation. Palestinians under siege in the West Bank - Länderbericht, 2007
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| Andere Organisationen (Webseiten überwiegend in englischer Sprache) |
Die Inhalte dieser Seiten müssen nicht mit Positionen von Amnesty International übereinstimmen, bieten aber viele weitere Aktionsmöglichkeiten.
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Applied Research Institute - Jerusalem (ARIJ) - Palästinensisches Forschungsinstitut
Land Research Center (LRC) - Palästinensische NGO
Monitoring Israeli Colonization Activities In The Palestinian Territories - Dokumentation zur israelischen Kolonisierung der besetzten palästinensischen Gebiete, LRC und ARIJ
Stop The Wall - Kampagne palästinensischer NGOs und betroffener Dorfgemeinschaften
Association for Civil Rights in Israel - Israelische Bürgerrechtsorganisation, aktiv für Belange in den besezten Gebieten
B'Tselem - Israelisches Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten
Israeli Committee Against House Demolitions - Israelische Organisation gegen Hauszerstörungen in den besetzten palästinensischen Gebieten
Machsom Watch - Israelische Frauenorganisation gegen Unterdrückung der Palästinenser. Die Mitglieder von Machsom Watch (auf deutsch etwa: Kontrollpunkt-Beobachtung) dokumentieren die Repression durch die israelischen Behörden in den besetzten Gebieten.
Peace Now - Israelische Friedensbewegung u. Menschenrechtsorganisation
Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost - Deutsche Sektion der europaweiten Organisation "European Jews for a Just Peace" (EJJP)
Brighton Jordan Valley Solidarity - Britische Unterstützergruppe
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Gruppe Freising:
Aktiv werden
Förderer werden
Online Spenden
Deutsche Sektion:
Die globale Bewegung
Was wir erreichen
Wie wir arbeiten
Amnesty in Zahlen
Humanitäre Situation in den Besetzten Palästinensischen Gebieten. Beschränkung der Bewegungsfreiheit für die palästinensische Bevölkerung. UN-OCHA, Mai 2008 (ZIP-komprimierte Powerpoint-Präsentation, Englisch) |